Kurzversion: Ich hab selbst gegründet. Einzelunternehmen, Salzburg, kein Startup-Kapital, kein IT-Konzern im Rücken. Und ich hab dabei den kompletten Tool-Dschungel durchquert: die verlockenden Gratis-Angebote, die Baukästen, die Abos, die sich leise stapeln, und die Momente, in denen man draufkommt, dass die eigenen Daten in einem System stecken, aus dem sie nie wieder sauber rauskommen.
Heute helfe ich beruflich Firmen dabei, genau aus diesen Fallen wieder rauszuklettern. Websites aus Baukästen befreien, Abo-Stapel entrümpeln, Daten zurück in eigene Hände holen. Das ist ehrliche Arbeit und ich mach sie gern. Aber bei jedem dieser Projekte denk ich mir dasselbe: Hätte das am Anfang wer gesagt, wäre der ganze Umbau nie nötig gewesen.
Deshalb dieses Manual. Es ist das Dokument, das ich am Tag meiner eigenen Gründung gern gehabt hätte. Es steht komplett offen im Netz, weil es seinen Zweck nur erfüllt, wenn es die Leute erreicht, bevor sie den Wix-Jahresvertrag abschließen.
Was „digital souverän” heißt
Souverän gründen heißt für mich genau eines: jederzeit gehen können. Jedes Werkzeug, jeden Anbieter, jeden Vertrag so wählen, dass du morgen wechseln könntest, ohne dein Geschäft neu aufbauen zu müssen. Deine Domain gehört dir. Deine Inhalte liegen in Formaten, die du mitnehmen kannst. Deine Kundendaten liegen dort, wo du es der DSGVO gegenüber auch vertreten kannst.
Das ist keine Ideologie und kein Bastler-Hobby. Du musst dafür keinen eigenen Server im Keller betreiben und keinem US-Konzern die Freundschaft kündigen. Es ist schlicht kaufmännische Vorsicht, angewendet auf Software: Du würdest auch keinen Mietvertrag unterschreiben, aus dem du nie wieder rauskommst.
Und es gibt einen angenehmen Nebeneffekt, der im letzten Kapitel schwarz auf weiß steht: Der souveräne Stack ist auch noch der billigere.
Für wen das hier ist
Geschrieben ist das Manual für Gründerinnen und Gründer in Österreich, vor allem EPU und kleine Teams im Dienstleistungsbereich. Also für alle, die gerade vor der Frage stehen: Welche Domain, welche E-Mail, welche Website, welche Tools? Und die dabei standardmäßig in Richtung Wix, Gmail und „das nehmen doch alle” geschoben werden.
Vorkenntnisse brauchst du keine. Wo es technisch wird, steht der Weg dabei oder der Hinweis, wen man damit beauftragen kann.
Was das hier nicht ist
Zwei Dinge findest du hier bewusst keine:
Gründungsberatung. Alles rund um Gewerbeanmeldung, Sozialversicherung und Steuern gehört zu WKO, Steuerberatung und den offiziellen Stellen. Die machen das gut, das Feld ist abgedeckt, und vieles davon ist ohnehin Beratung, die nur befugte Berufe geben dürfen. Dieses Manual behandelt die digitale Seite der Gründung, und die ist erstaunlich schlecht abgedeckt.
Eine Heldengeschichte. Meine eigene Gründung taucht hier nur als Grund auf, warum diese Seiten existieren. Was für mich funktioniert hat, ist als Anleitung genau so viel wert wie jede andere Einzelerfahrung: wenig. Die Empfehlungen im Manual stehen, weil sie sich bei vielen Projekten und Kunden bewährt haben, und bei jeder steht dabei, warum.
Wie du das Manual verwendest
Sieben Kapitel, aufsteigend nach Lebensphase der Gründung: Domain und E-Mail zuerst, weil das die Entscheidungen mit der längsten Wirkung sind. Danach Website, Tool-Stack, DSGVO und KI. Kapitel 7 ist das Herzstück: der komplette souveräne Gründer-Stack als Referenz-Setup mit Checkliste und ehrlicher Kostenrechnung.
Wer wenig Zeit hat, springt direkt zu Kapitel 7 und arbeitet die Checkliste ab. Wer wissen will, warum die Häkchen dort stehen, liest die Kapitel davor.
Das ganze Manual gibt es auch als PDF zum Mitnehmen und Weitergeben. Und wenn du beim Lesen draufkommst, dass du für ein Thema lieber wen beauftragst, der das täglich macht: Genau das ist mein Beruf, du findest mich unter /angebot/. Das Manual bleibt trotzdem vollständig, auch ohne mich.